37 - WÄR ICH EIN BAUM
(Dieser Text kann als Autogenes Training verwendet werden. Legt euch dazu hin auf den Rücken, schließt die Augen, atmet gleichmäßig und spürt dem nach, was euch vorgelesen wird. Konzentriert euch auf die Stellen im Körper, die im Text beschrieben werden. Stellt euch vor, wie sich all das anfühlen würde. Lest den Text langsam, Satz für Satz, und lasst kurze Momente für das Nachspüren.)
Es rauschen die Blätter. Die Sonne funkelt durch das Grün der Zweige. Ich sitze unter dem breiten Dach der Linde. Um mich herum Vögel und das Brummen einer Hummel. Wir alle suchen ein wenig Schatten in diesem Baumzelt vor der Mittagshitze. Es ist Sommer. Ich rieche den Duft der Blumen und Blätter. Ich atme tief ein und lehne mich zurück an den Stamm der Weide. Ich fühle ihre Rinde, rauh und warm, an meinem Rücken. Der Stamm reicht hoch in die Krone des Baumes - und tief hinab in den Boden, wo er sich in einem breiten Wurzelnetz mit dem Boden verbindet. Die Weide zieht all ihre Nährstoffe und all ihr Wasser aus der Erde, und schickt diese gesunden Sachen durch viele kleine Adern und Kapillaren über Stamm und Zweige und Äste bis weit in die Spitzen eines jeden Blattes. Ich lehne am Stamm der Weide, spüre ihre Rinde und stelle mir vor, wir ich tief hinabreiche in die Erde. So tief wie die Wurzeln des Baumes. Ich atme tief aus und verankere mich wie der Baum im Boden. Ich fühle hinab ins Erdreich unter mir. Ich stelle mir vor, wie ich meine Wurzeln bilde und immer weiter in den Boden ausstrecke. Das kitzeln ein wenig in meinen Zehen, so weit reichen meine Wurzeln in den Boden. Dann atme ich tief ein, und ziehe all die gesunden und guten Dinge in mich hinein aus dem Erdreich. Ich ziehe sie hoch von den Füßen über meine Beine zu meinem Bauch. Sie strömen durch all meine Lebenslinien, und Adern meines Körpers. Ich stelle mir vor, dass meine Arme starke Äste wären. Durch sie fließt all das Gute und Gesunde bis zu meinen Fingern, die biegsam wie junge Zweige im Wind schaukelt und die Luft streicheln. Mein Kopf wird zu einer Baumkrone, und all das Gute und Warme strömt bis hoch zur Spitze meines Kopfes, bis in die feinen Spitzen eines jeden Haares. Dort atme ich tief aus, und lasse meinen Atem in der Welt strömen. So wie es der Baum tut, an dem ich lehne. Wir atmen tief hinein in die Welt und sind ein Teil von ihr.
37 - „Wär ich ein Baum“ ist nun online. Viel Spaß mit dem Lied und dem Video. Entspannt euch, ihr Lieben.
Macht’s gut! Viele Grüße von Schmidti 🎈